www.wikidata.de-de.nina.az
Dieser Artikel bedarf einer grundsatzlichen Uberarbeitung Naheres sollte auf der Diskussionsseite angegeben sein Bitte hilf mit ihn zu verbessern und entferne anschliessend diese Markierung Die Orangerie Erlangens ist architektonisch dem Schloss Erlangen zuzuordnen und befindet sich im zur Residenz gehorigen Schlossgarten Die Orangerie in Erlangen mit Blick auf die SudfassadeMarkgraf Christian Ernst von Brandenburg Bayreuth schenkte seiner Gemahlin im Jahre 1703 das kurz zuvor fertiggestellte Schloss Erlangen Die Orangerie selbst wurde kurze Zeit spater zwischen 1704 und 1706 im Auftrag der Markgrafin Elisabeth Sophie als Teil der Erlanger Schlossanlage errichtet Sie diente dem Markgrafenpaar einst als Gewachshaus mit Wohnraumen und Festsaal Aufgrund ihrer Teatro Form abgeleitet vom ovalen Grundriss stellt die Orangerie in ihrer Anordnung selbst sowie ihrer Doppelfunktion als Gewachshaus und Maison de plaisir ein bedeutendes architekturhistorisches Baudenkmal im gesamten Schlossensemble dar Im Jahr 1818 nach dem Tod der Markgrafinwitwe Sophie Caroline ging die Orangerie in den Besitz der Friedrich Alexander Universitat uber und wurde Sitz unterschiedlicher Fakultaten Buros und Amter Seit dem Jahr 1914 befindet sich neben dem Institut fur Kirchenmusik auch das kunsthistorische Seminar in ihren Raumen Inhaltsverzeichnis 1 Baubeschreibung 2 Raume der Orangerie 3 Das Hauptportal zum Wassersaal 4 Die Orangerie in der Schlossanlage 5 Der Hugenottenbrunnen 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseBaubeschreibung BearbeitenDie Orangerie von Erlangen ist auf halbovalem Grundriss gebaut Die Enden bilden Pavillons aus welche parallel zur Gartenachse umbiegen Der Mittelteil in dem der stuckbesetzte Wassersaal situiert ist setzt die Rundungen nicht fort sondern besitzt einen rechteckigen Grundriss der risalitartig nach aussen sichtbar wird Das dreitorige Portal ist das Hauptaugenmerk an der Sudfassade Die schwingenden Flugel kulminieren in der Triumphbogenarchitektur die den Eingang zum Wassersaal bilden Das mittlere rundbogige Tor hebt sich von den seitlichen ebenfalls rundbogigen Toren ab indem es durch zwei freistehende Saulenpaare eingerahmt und von einem durchbrochenen Segmentgiebel uberspannt wird Die Eingange links und rechts sind jeweils lediglich von einer Vollsaule eingerahmt Die Sockel der Saulen sind mit pflanzlichen vegetabilen Motiven geschmuckt Allein der Giebel des Mittelportals durchbricht die Regelmassigkeit der Attikazone Reicher figurlicher und ornamentaler Schmuck reprasentiert hier die furstliche Macht und huldigt der Fruchtbarkeit Figuren der vier Jahreszeiten erheben sich auf den vorspringenden Sockeln der verkropften Attikazone Obgleich die Aussenwand des Wassersaals im Vergleich zu den Flugeln nicht geschwungen sondern gerade verlauft erweckt der Bauschmuck den Eindruck eines konvexen Herausschwingens der Wand nbsp Eingang auf der Nordseite der OrangerieAls Pendant zur Sudwand werden die drei Tore an der Nordfassade lediglich durch dorische im Gesims verkropfte Pilaster gegliedert und weisen keinen weiteren Schmuck auf nbsp Detailfoto der Sudfassade Eckpavillon und ostlicher FlugelDie Nord und Sudfassaden der viertelkreisformigen Flugel sind durch regelmassige Fensteroffnungen gekennzeichnet wobei die Offnungen im Suden deutlich zahlreicher sind Hier zieren jeweils sieben geohrte Fensterturen die geschwungenen Flugel Blendspiegel uber dem geraden Tursturz bilden den Ubergang zum Architrav der aus zwei Faszien Frieszone und Gesims besteht Die daruber liegende Attikazone ist durch Sockel gegliedert die sich in der Vertikalachse jeweils zwischen den Fensterturen ausbilden und Vasenpaare tragen Die Vasen sind mit Akanthusblattern geschmuckt und mit Pflanzen und Fruchten gefullt Die Attika zieht sich um das gesamte Gebaude herum anstatt der Vasenpaare zieren heraldische Adler die Pavillonecken Die Vasen uberragen den unteren Teil des Mansarddachs das den eingeschossigen Bau beschliesst Die vier Schornsteine auf den Firsten der Pavillons sind ebenfalls durch unauffallige mit Obst und Fruchten gefullte Vasen kaschiert Die Eckpavillons zeigen mit einer funfachsigen gleich gestalteten Fensterturenfront auf das Orangerieparterre In der Attikazone sind die Ecken anstatt der Vasen mit heraldischen Adlern verziert Raume der Orangerie BearbeitenDie Raumaufteilung des eingeschossigen Baus hat sich im Laufe der Zeit mehrmals geandert Der einzige unveranderte und wichtigste Raum ist der Wassersaal der bedingt durch die Architektur eine zentrale Bedeutung besitzt An den Festsaal angrenzend befinden sich Flugelraume die seit jeher der eigentlichen Funktion der Orangerie dienten und Pflanzen aufbewahrten In den Flugelenden befanden sich von Anfang an Apartments in denen die Markgrafinwitwe bestimmten Aktivitaten nachging Der Wassersaal war als Festsaal gedacht was daran zu erkennen ist dass installierte Wasserspiele und Brunnenbecken in den Boden eingelassen waren die abgesehen von uberlieferten Schriften und Bildmaterial nicht zuletzt bei der Restaurierung 2009 2012 in den Fundamenten wieder zutage traten und freigelegt werden konnten Die zur Saalfunktion und in das gesamte ikonographische Programm der Schlossanlage passende Stuckdekoration wurde ebenfalls restauriert bzw teilweise rekonstruiert 1 Das Hauptportal zum Wassersaal Bearbeiten nbsp Orangerie HauptportalDie Ikonographie des Portals verweist sowohl auf die botanische Nutzung des Baus als auch auf die Huldigung des Herrschers Der verkropfte Segmentgiebel wird vom bekronten Allianzwappen des Furstenpaares geschmuckt das die Adler von Brandenburg und Preussen zeigt Das Motiv des Adlers wiederholt sich ubrigens auf den Kanten der Eckpavillons die von heraldischen flugelspreizenden Adlern gesaumt sind Auf beiden Seiten des Bogens befinden sich Liegefiguren dem Wappen zugewandt mit Fullhornern und Blumenkranzen Diese Girlanden sind festlich mit dem Wappenmantel verbunden Auf der Attika des Portals erheben sich die Personifikationen der vier Jahreszeiten Flora Ceres Bacchus und Vulkan Sie ragen in der Hohe uber den Segmentbogen und uber die die Achsen markierenden Balusterziervasenpaare auf der Attika hinaus Die breiteren Postamente der vorgestellten Doppelsaulen weisen uppig befullte Blumenvasen auf die seitlichen schmaleren Einzelpostamente sind mit floralem Dekor verziert Wenngleich die Akanthusranken am korinthischen Kapitell ebenfalls ein botanisches Motiv darstellen kann man an ihnen wohl auch die Funktion des Gebaudes als Reprasentativbau ablesen Denn abgesehen von seiner Nutzung als Gewachshaus war der Bau vor allem ein Ort der furstlichen Zeremonie was nicht zuletzt durch die Aufmachung des Wassersaals mit seinen Brunnenbecken und hydraulischen Installationen deutlich wird 2 Die Orangerie in der Schlossanlage Bearbeiten nbsp Erlangen Hohmann Plan von Schloss und Schlossgarten 1721Die Ansicht aus der Vogelperspektive von Homann 1719 21 verdeutlicht die Ausrichtung der 1706 errichteten Orangerie nicht als Schlusspunkt sondern entlang der zentralen Gartenachse Ihr gegenuber befindet sich das Pendant der spater begonnenen aber so nie verwirklichten Concordienkirche die ebenfalls in ihren Flugeln Zitrusfruchte aufnehmen sollte 3 In der Mitte der beiden konkav schwingenden das erhohte Gartenparterre einrahmenden Gebaude wurde 1706 die grosse Fontane der Hugenottenbrunnen errichtet Das grosse Bassin greift die Rundungen der Orangerien auf Circa 280 Meter breit und 550 Meter lang erstreckt sich der Garten ostlich des Schlosses und schliesst mit einem nicht erhaltenen Heckentheater auf der zentralen Achse ab Die Vereinigung von Architektur Plastik und Gartenbaukunst Symmetrie Proportion und Ordnung entspricht dem barocken Gesamtkunstwerk und macht Erlangens Schlossanlage zu einer der fruhesten ihrer Art in Franken 4 Die kleineren Zeichnungen links und rechts des Plans zeigen Details zur Ausstattung des Schlossparks Unter anderem ist der Krautergarten hinter der Orangerie auf dem zweiten Bild von unten links zu sehen Das Stuck der nordlichen Ruckwand der Orangerie weist keine Fenster auf und nahrt die Frage ob die Fensteroffnungen in der nordlichen gekrummten Wand erst zu spaterer Zeit hinzugefugt wurden Wenngleich die Richtigkeit dieser Zeichnungen kritisch gesehen werden muss bestand eine Regel nach der Orangerien an den Nordwanden keine Fenster besitzen sollen um das innere Klima vor kalten Nordwinden zu schutzen 5 Gegen diese Argumentation spricht jedoch dass die Orangerieflugel der Schlosskirche gen Norden bereits durch das Gebaudependant im Norden geschutzt waren Auch die Ikonographie der skulpturalen Dekoration der einzelnen Bauwerke und Denkmaler ist im Kontext der gesamten Schlossanlage zu sehen Das kosmologische Programm spiegelt sich in Motiven der Fruchtbarkeit der vier Jahreszeiten und der Verganglichkeit griechischen Gottheiten den vier Elementen und den damals bekannten Erdteilen wieder 60 Skulpturen waren ursprunglich im Schlossgarten verteilt In jedem Dekor findet sich auch eine Huldigung auf den Herrscher Christian Erlang und seine Gemahlin Elisabeth Sophie Das Herrscherlob wie Karl Moseneder in seiner Schrift Die Orangerie und das Orangerieparterre als Orte des Herrschers 2012 verdeutlicht gipfelt im Hugenottenbrunnen der sich auf der zentralen Gartenachse umrahmt von den Schlossgebauden auf dem frei zuganglichen Gartenparterre befindet Der Hugenottenbrunnen Bearbeiten nbsp Hugenottenbrunnen Erlangen WestansichtDer Hugenottenbrunnen besitzt vier Schauseiten von denen die Hauptseite gen Westen auf das Schloss ausgerichtet ist An oberster Stelle der Brunnenplastik steht Christian Erlang in korpulenter Figur und sicherem Stand Den Blick auf das Schloss gerichtet wird er von der Fama mit Lorbeer bekront und sein Herrschertum mit einer Posaune als ruhmreich verkundet Aus dem Vestibul des Schlosses bzw vom Schlossplatz aus ist der Brunnen sichtbar Im Brunnen selbst befindet sich ein Spalt der das wiederum weiter ostlich gelegene Reiterstandbild Elias Rantz 1712 freigibt Es wird schon jetzt klar dass der Brunnen nicht nur einen geographischen Mittelpunkt darstellt sondern wie die Beschreibung weiter offenbaren wird auch jenen des umfangreichen ikonographischen Programms zum Herrscherlob des Markgrafen nbsp Hugenottenbrunnen Erlangen Westansicht Detail oben Standfigur Christian ErnstDer Brunnen ist als pyramidaler Felsenberg aufgebaut Unter dem Standbild von Christian Ernst befinden sich Flussgotter mit Fullhornern denen Wasser entfliesst Wiederum darunter zieren Putten Adler Anspielung auf die Brandenburgische Tradition und vier Inschriftkartuschen den Brunnen Eine Ebene tiefer halten kraftige mannliche Figuren grosse Muschelbecken die das von oben kommende Wasser auffangen und nach unten verteilen Darunter bzw davor befinden sich in unterschiedlicher Anordnung Gruppen und Einzelfiguren die das Volk reprasentieren Eine Inschrift zu Fussen der Herrscherfigur sowie die vier Kartuschen heute alle unleserlich jedoch rekonstruierbar durch die erhaltene Rede von 1708 von David Meyer Bayreuther Gymnasialprofessor thematisieren Herrschertugenden die in Bezug zu Christian Erlang zu setzen sind Die Inschrift zu Fussen der Statue sowie die nach Suden gerichtete Kartusche nehmen Bezug auf militarische Grosstaten Tapferkeit und Milde Clementia und die reichspatriotische Gesinnung des Fursten nbsp Hugenottenbrunnen Erlangen Westansicht Detail untenDie weiteren drei Inschriften nehmen Bezug auf ein absolutistisches Herrscherverstandnis Osten auf die nach Erlangen gekommenen und aufgenommenen protestantischen Fluchtlinge sowie auf die Aufforderung an die Burger sich an dem Wasser zu bedienen das vom Szepter in der Hand der Statue bis hinunter ins Becken fliesst Die herrscherliche Fursorge ist durch Wasser symbolisiert und zugleich reell da der Brunnen frei zuganglich war Die Fursorge und Abhangigkeit der Burger von ihrem Herrscher steht gleichzeitig fur die Tugendhaftigkeit und den absolutistischen Anspruch des Markgrafen Unterstrichen wird dies vom pyramidalen Aufbau des Brunnens bei dem Christian Erlang der zentrale oberste Platz zusteht nbsp Reiterstandbild von Christian Ernst Elias Rantz 1712 Zwischen 1703 und 1706 ist der Brunnen in der Werkstatt von Elias Rantz entstanden Die Bezeichnung Hugenottenbrunnen ist der Tatsache geschuldet dass Christian Ernst die vielen franzosischen protestantischen Glaubensfluchtlinge aufnahm eine vorbildhafte Herrscherpolitik betrieb und ihnen und sich dafur dieses anerkennende Denkmal setzte 6 Literatur BearbeitenHelmut Eberhard Paulus Tempel und Garten der Flora Die Orangerie Erlangen In Die Gartenkunst 21 2 2009 S 198 212 Weblinks Bearbeiten nbsp Commons Orangerie Sammlung von Bildern Videos und AudiodateienEinzelnachweise Bearbeiten vgl Doris Ostertag Sanierung und Umbau der Orangerie In FAU Erlangen Nurnberg Hg Die Erlanger Orangerie Restaurierung eines barocken Kleinods Erlangen 2012 S 104ff vgl Karl Moseneder Die Orangerie und das Orangerieparterre als Orte des Herrscherlobs In FAU Erlangen Nurnberg Hg Die Erlanger Orangerie Restaurierung eines barocken Kleinods Erlangen 2012 S 59 vgl Artikel Konkordienkirche In Erlanger Stadtlexikon Hrsg Christoph Friedrich Bertold Freiherr von Haller Andreas Jakob Nurnberg 2002 vgl Karl Moseneder Zum Typus und zur Gestalt der Erlanger Orangerie In Jan Thorleiv Bunsen Hg 300 Jahre Erlanger Orangerie ein markgraflicher Hesperidengarten Erlangen u a 2006 S 12f vgl Art Schlossgarten In Erlanger Stadtlexikon Hrsg Christoph Friedrich Bertold Freiherr von Haller Andreas Jakob Nurnberg 2002 Die angedeutete Regel die Joseph Dettenthaler in seiner Dissertation zur Orangerie 1956 anbringt bezieht sich auf Paul Decker Furstlicher Baumeister 1 Teil Augsburg 1711 S 50 vgl Moseneder Karl Die Orangerie und das Orangerieparterre als Orte des Herrscherlobs In FAU Erlangen Nurnberg Hg Die Erlanger Orangerie Restaurierung eines barocken Kleinods Erlangen 2012 bes S 67 77 49 598687 11 005055 Koordinaten 49 35 55 3 N 11 0 18 2 O Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Orangerie Erlangen amp oldid 239088541