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Ernst Mischler 23 Dezember 1857 in Prag Konigreich Bohmen Osterreich Ungarn 28 Dezember 1912 in Lassnitzhohe Osterreich Ungarn war ein osterreichischer Statistiker Finanzwissenschaftler sowie Sozialwissenschaftler und Autor Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke Auswahl 3 Literatur 4 Weblinks 5 EinzelnachweiseLeben BearbeitenErnst Mischler wurde am 23 Dezember 1857 als Sohn des aus Deutschland stammenden Nationalokonomen und Hochschullehrers Peter Mischler 1821 1864 und dessen Ehefrau Rosa lia 1911 geboren Seine Grosseltern vaterlicherseits waren Peter Bezirksarzt in Heppenheim Bergstrasse und Margarethe Mischler geborene Knapp Die Grosseltern mutterlicherseits waren Wenzel Bindermeister in Liboch und Anna Teuchert geborene Gross Vier Monate vor der Geburt Ernst Mischlers hatte sein Vater eine ordentliche Professur an der Universitat Prag erhalten davor war er seit November 1852 als ausserordentlicher Universitatsprofessor tatig gewesen Mischler wuchs in Prag an der Seite zweier Bruder und einer Schwester auf absolvierte hier seine Schulbildung und begann im Jahre 1876 ein Studium der Rechtswissenschaften an der zur damaligen Zeit noch ungeteilten Universitat Prag Im Jahre 1881 ein Jahr vor der Aufteilung in eine tschechische und eine deutsche Universitat schloss er sein Studium als Dr jur ab Danach war er kurz bei einem Eisenbahnunternehmen beschaftigt folgte aber noch im Jahre 1881 seinem Lehrer Theodor Inama von Sternegg 1843 1908 zur k k Statistische Zentralkommission an der er bis 1888 zuletzt im Amt des Hofkonzipisten fur Finanzen vierseitig tatig war Bereits im Jahre 1884 habilitierte er fur Statistik an der Universitat Prag und im Jahre 1887 an der Universitat Wien Im darauffolgenden Jahr heiratete er Marie Hauschka 1860 1955 in Wien der Ehe entstammten ein Sohn und zwei Tochter darunter der spatere Schriftsteller mit NS Hintergrund Werner Ernst Mischler 1889 1961 Ebenfalls 1888 beendete er sein Engagement in der k k Statistische Zentralkommission und folgte dem Ruf der Universitat Czernowitz an der er eine ausserordentliche Universitatsprofessur erhielt Wahrend dieser Zeit grundete er das Statistische Landesamt des Herzogtums Bukowina dessen Direktor er 1890 wurde Als Autor und Chefredakteur rief er die Mitteilungen dieses Landesamtes in Leben Im Jahre 1891 folgte Mischler einer Berufung an die Deutsche Universitat Prag an der er die Studiengange Statistik Finanzrecht und Sozialpolitik leitete Der Sozialpolitik fuhlte sich Mischler besonders verbunden nachdem sein Vater der ursprunglich an der Universitat Freiburg Breisgau gelehrt hatte mit dem sozialpolitisch engagierten Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler 1811 1877 in Mainz in Verbindung getreten war und zu dessen Mitarbeitern zahlte Wahrend dieser Zeit entstand auch sein Hauptwerk das Handbuch der Verwaltungs Statistik in dessen erstem Teil er die in verschiedenen Quellen verstreuten Grundlagen des Faches erstmals systematisch darstellte wahrend er sich im zweiten Teil mit der praktischen Organisation der Verwaltungsstatistik befasste Im Jahre 1893 nahm Mischler seine ordentliche Professur an der Universitat Graz an Durch die Verbindung der akademischen Lehr und Forschungstatigkeit mit der praktischen Verwaltungsstatistik kam er zu einem ihm sehr zusagenden Wirkungskreis Der spatere Statistiker Nationalokonom und Politiker Alfred Gurtler 1875 1933 fungierte von 1904 bis 1909 als Mischlers Privatassistent 1 In den Jahren 1899 1900 sowie 1907 08 trat Mischler als Dekan der rechts und staatswissenschaftlichen Fakultat in Erscheinung Im Jahr der Berufung an die Universitat Graz grundete Mischler noch 1893 das Statistische Landesamt Steiermark dessen Leitung er ubernahm und bis ins Jahr 1911 innehatte Parallel zu seiner Lehrtatigkeit an der Universitat Graz lehrte Mischler auch an der Technischen Hochschule Graz Weiters war er an der Schaffung des Landesarmen und Siechenkatasters in der Steiermark massgeblich beteiligt und setzte sich auch sonst fur die Bevolkerung ein So richtete er unter anderem 1897 eine Arbeitsvermittlung fur Graz wenig spater fur die gesamte Steiermark sowie im Jahre 1902 den unentgeltlichen Wohnungsnachweis ein 1907 grundete er zusammen mit R von Furer die Zeitung Der Arbeitsnachweis und war parallel dazu Vorsitzender beim Verband der Allgemeinen Arbeitsnachweise Osterreichs Daruber hinaus war Mischler Mitglied des Arbeitsbeirates des Arbeitsstatistischen Amtes im k k Handelsministerium sowie des Landwirtschaftsrates im k k Ackerbauministerium und Mitglied der Permanenzkommission fur die Handelswerte Weiters war er korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft zur Forderung deutscher Wissenschaft Kunst und Literatur in Bohmen und Vorsitzender des Reichsverbandes der allgemeinen Arbeitsvermittlung und hatte zudem noch einige weitere Ehrentitel und bezeichnungen inne Ausserdem hielt er vielbeachtete Referate auf den Konferenzen fur Landesstatistiker und war auch als Gutachter vielbeschaftigt Nachdem er 1888 seine Hochschullaufbahn begonnen hatte verblieb er der Statistischen Zentralkommission weiterhin als korrespondierendes Mitglied und wurde im Jahre 1911 sogar deren Prasident Um die Aufarbeitung der Volkszahlung in Osterreich Ungarn 1910 um die scharfere organisatorische Abgrenzungen der Abteilung sowie um die Schaffung einer neuen Abteilung fur Wirtschaftsstatistik der Mischler auch die Fuhrung zahlreicher Redaktionsgeschafte ubertrug machte er sich kurz vor seinem Ableben noch besonders verdient Des Weiteren gelange es ihm die bisher getrennt abgehaltenen Konferenzen der Landes und Stadtestatistiker zu vereinigen Das Quellenwerk Osterreichische Statistik wurde von Mischler komplett uberarbeitet sowie zeitgemass wertvoll ausgestaltet Zeitlebens wurde Mischler vielfach geehrt und ausgezeichnet so war er unter anderem Honorarprofessor an der Universitat Wien Ehrenmitglied der Gesellschaft fur Geographie und Statistik in Frankfurt am Main Ehrenmitglied der Royal Statistical Society in London oder ordentliches Mitglied der internationalen statistischen Instituts der Deutschen Statistischen Gesellschaft Ausserdem war er Ritter des Ordens der Eisernen Krone III Klasse und Ritter des italienischen Kronen Ordens Neben der Veroffentlichung zahlreicher Artikel und Texten in Fachzeitungen und Fachzeitschriften publizierte Mischler auch eine nicht unbedeutende Anzahl an Fachbuchern Besonders hervorzuheben ist hierbei seine Zusammenarbeit mit dem osterreichischen Rechtswissenschaftler Joseph Ulbrich 1843 1910 mit dem er in den Jahren 1895 bis 1897 das Werk Osterreichisches Staatsworterbuch Handbuch des gesamten osterreichischen offentlichen Rechtes an dem zahlreiche Fachmanner mitgewirkt hatten in zwei Banden veroffentlichte In den Jahren 1905 bis 1909 publizierten die beiden eine wesentlich umgearbeitete Auflage des Osterreichischen Staatsworterbuchs in vier Banden Weiters verfasste Mischler mindestens zwei Beitrage zu wichtigen Personlichkeiten in der Deutschen Biographie 2 Den Beitrag zu Ernst Mischler in der Deutschen Biographie verfasste Jahre spater der osterreichische Wirtschaftshistoriker Soziologe und Autor Gustav Otruba 1925 1994 Mischler war mit Maria Marie Hauschka 23 September 1860 in Wien 8 Februar 1955 ebenda 3 4 verheiratet Das Paar forschte in seiner Czernowitzer Zeit gemeinsam die Sozialen und wirtschaftlichen Skizzen aus der Bukowina erschienen auch in Buchform 5 nbsp Ernst Mischlers Grab am Hietzinger Friedhof 2014 Funf Tage nach seinem 55 Geburtstag starb Mischler am 28 Dezember 1912 als Kurgast 6 im Luftkurort Lassnitzhohe unweit von Graz Er hinterliess seine Ehefrau die ihn um uber 42 Jahre uberlebte und erst im hohen Alter von 94 Jahren im Jahre 1955 starb 4 sowie die drei Kinder Werner Margarethe Grete und Edith Am 31 Dezember 1912 wurde Mischler auf dem Hietzinger Friedhof Gruppe 19 Nummer 137 beerdigt 7 Werke Auswahl Bearbeitenunter Mitwirkung von Karl Theodor von Inama Sternegg Oesterreichisches Stadtebuch Statistische Berichte der grosseren osterreichischen Stadte II Jahrgang 1888 Verlag von Carl Gerold s Sohn Wien 1888 Digitalisat Literatur BearbeitenL Bosse Mischler Ernst In Osterreichisches Biographisches Lexikon 1815 1950 OBL Band 6 Verlag der Osterreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1975 ISBN 3 7001 0128 7 S 315 f Direktlinks auf S 315 S 316 Gustav Otruba Mischler Ernst In Neue Deutsche Biographie NDB Band 17 Duncker amp Humblot Berlin 1994 ISBN 3 428 00198 2 S 561 Digitalisat Weblinks Bearbeiten nbsp Wikisource Ernst Mischler Quellen und Volltexte Foto von Ernst Mischler Ernst Mischler im Wien Geschichte Wiki der Stadt WienEinzelnachweise Bearbeiten Bio Bibliografie Alfred Gurtler abgerufen am 11 Juli 2019 Ernst Mischlers Beitrage in der Deutschen Biographie abgerufen am 11 Juli 2019 Taufbuch Wien Schottenfeld tom LVI fol 203 Faksimile a b Maria Mischlers Grab auf der offiziellen Webprasenz der Friedhofe Wien abgerufen am 11 Juli 2019 Mischler Marie In Ilse Korotin Hrsg biografiA Lexikon osterreichischer Frauen Band 2 I O Bohlau Wien 2016 ISBN 978 3 205 79590 2 S 2267 PDF Personlichkeiten des Villenwanderweges Teil 2 abgerufen am 11 Juli 2019 Ernst Mischlers Grab auf der offiziellen Webprasenz der Friedhofe Wien abgerufen am 11 Juli 2019Normdaten Person GND 117051586 lobid OGND AKS LCCN no90001732 VIAF 3238321 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Mischler ErnstKURZBESCHREIBUNG osterreichischer Statistiker Finanzwissenschaftler Sozialwissenschaftler und AutorGEBURTSDATUM 23 Dezember 1857GEBURTSORT Prag Konigreich Bohmen Osterreich UngarnSTERBEDATUM 28 Dezember 1912STERBEORT Lassnitzhohe Osterreich Ungarn Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Ernst Mischler amp oldid 237785048